Rezept für Chop Suey

Ich esse gerne chinesisch, ich schätze überhaupt die fernöstliche Küche mit ihrer breiten Vielfalt. Lange bevor der Wok die Küchenutensilienpalette ergänzte, briet ich, damals noch in einer großen Bratpfanne, frei aus dem Handgelenk ohne es zu wissen, mein ganz persönliches Chop Suey. Dafür braucht man eigentlich kein Rezept. Damals wie heute findet sich alles, was für ein Chop Suey notwendig ist, im Kühlschrank, wie zum Beispiel irgendein Gemüse, ein Stück Fleisch, frisch oder tiefgefroren, Saucen und Gewürze. Will ich eine Komplettmahlzeit, ergänze ich meine Kreation mit Reis oder Nudeln und fertig ist eine herzhafte und sättigende Mahlzeit.

Chop Suey ist zwar das populärste chinesische Gericht, aber die traditionelle chinesische Küche und ein Chop Suey sind voneinander so weit entfernt wie die zwei Pole dieser Erdkugel. Tatsächlich hat diese Speise nichts mit China zu tun, denn vermutlich wurde es von Exilchinesen in Amerika entwickelt.

Chop Suey ist in China, so wie es bei uns gemacht wird, absolut unbekannt. Zur Entstehung gibt es eine populäre Legende, die schildert, wie eine Gruppe hungriger, betrunkener, weißer Amerikaner spät nachts in ein chinesisches Restaurant in San Franciscos hineinstolpern, wo der Koch gerade vorhatte das Geschäft zu schließen. Er weist sie mit den Worten hinaus, dass es keine fertigen Speisen mehr gibt und er daher nichts servieren kann. Sie drängen ihn, für sie doch nochmals den Herd anzuzünden und zu kochen. Schließlich zwingen sie den Koch unter Gewaltandrohung aus den Resten in seiner Speisekammer etwas zu brutzeln. Der Koch, nimmt also was er noch finden kann, schneidet alles klein und brät alles gemeinsam in einer Pfanne und serviert den Männern das Gericht. Nachdem die Männer aufgegessen hatten, wollten sie den Namen des geschmackvollen Essens wissen. Er antwortete auf Kantonesisch – chau jup suei, was so viel bedeutet wie - Durcheinander von Resten und übrig gebliebenen Stücken. Man kann nun darüber spekulieren, was die amerikanischen Männer verstanden, wahrscheinlich soviel wie Chop Suey und dabei ist es geblieben.

Das Gericht besteht üblicherweise aus Zwiebel- oder Lauchscheiben, klein geschnittener Sellerie, Karotte, ein paar Wasserkastanien, Bambussprossen, kleinen Fleischstücken vom Huhn, Schwein oder Rind, Gewürzen und einer Sauce. Zuerst wird das Fleisch angebraten, dann kommt das Gemüse, die Gewürze und zum Schluss die Sauce und eventuell geröstete Sesamkerne dazu.

Während traditionell chinesische Gerichte eine leichte Sauce haben, wird das Chop Suey mit Maismehl eingedickt, die Sauce wird dadurch dicker und schwerer.

Hier nun ein schon etwas aufgebessertes Rezept:

Zutaten:

  • 500 g Rindfleisch, geschnitten
  • 5 mittelgroße Champignons, geschnitten oder gehackt
  • 1 mittlere Karotte, sehr klein hacken
  • 1 kleine gelbe Paprikaschote, geschnitten
  • 60 g Lauch, geschnitten
  • 100 g Bambussprossen aus dem Glas oder der Dose
  • evtl. einige Wasserkastanien
  • Marinade für Fleisch: 80 g Soja Sauce, 80 g Wasser zum Verdünnen, 2 Knoblauchzehen, 2 Tl Zucker, ¼ Tl Sambal Olek
  • 1 El Sesam- oder Erdnussöl
  • 4 Tl Speisestärke (Maisstärke)
  • 1 El Sesamkörner

Zubereitung:

Das Fleisch in der Sojasauce marinieren, Öl im Wok erhitzen, Fleisch aus der Sauce heben, abtropfen lassen, im Öl braten, dann Zwiebelringe, Lauch, Champignons, Karotte, Paprika, abgetropfte Sprossen und Wasserkastanien beifügen und gut anbraten. In die verbliebene Marinadenmischung die Speisestärke einrühren und ins Chop Suey eingießen, alles gut vermengen, zum Abschluss, wenn nötig salzen und mit gerösteten Sesamkörnern oben drauf anrichten.

 

Über den Autor:Peter Dreuw